Geschichte & Tradition

Bereits im 11. und 12. Jahrhundert wurden in Tirschenreuth Teiche angelegt. Doch erst ab dem Jahr 1217, als die Ortschaft an das Kloster Waldsassen fiel, begann man damit, intensive Fischzucht zu betreiben. Zur Bewirtschaftung der Teiche errichteten die Zisterziensermönche im Osten der Stadt auf einer kleinen Insel im oberen Stadtteich einen klösterlichen Gutshof, eine „Grangerie“. Diese diente nicht nur als Verwaltungssitz, sondern auch als Speicher für den Zehent, den die Bauern an das Kloster abzuliefern hatten – und war zudem oft Sommerresidenz der Waldsassener Äbte.

Während des Dreißigjährigen Krieges wurde die „Grangia Vischhove“ von den Schweden niedergebrannt und 1689 in der jetzigen Gestalt wiederaufgebaut: ein langgestrecktes Gebäude mit steilen Giebeln, das mit den niedrigen Nebengebäuden einen geräumigen Innenhof umschließt. Am Nordflügel ist eine Rokokokapelle in Form eines Rundturmes angebaut.

Bis Mitte des 18. Jahrhunderts war das Anwesen nur durch eine schmale Landbrücke oder durch Kähne erreichbar. In den Jahren 1748-1750 schuf Frater Philipp Muttone nach dem Vorbild der Steinernen Brücke in Regensburg einen repräsentativen Zugang zum Fischhof.

Die zur Mitte hin ansteigende Brücke aus massiven Granitquadern spannt sich über 10 Joche, wobei das achte Joch zur Sicherung ursprünglich als hölzerne Zugbrücke ausgebildet war. Auf der linken Brüstungsmauer stehen, der Stadt zugewandt, die beiden lebensgroßen Steinfiguren der römischen Göttinnen Ceres und Justitia, Symbole der Fruchtbarkeit und Gerechtigkeit. Dazwischen befindet sich eine ebenfalls aus Granit gefertigte Laternensäule. Die rechte Brüstungsmauer zeigt das Wappen des Abtes Alexander. Seit der Säkularisation im Jahr 1803 ist der Fischhof Eigentum des Freistaates Bayern. In seinen Räumen ist heute das Amtsgericht untergebracht.

1808 wurden die Stadtteiche trockengelegt, um Land für die wachsende Stadt zu gewinnen.

Die Fischhofbrücke steht seitdem „auf der grünen Wiese“ – und wird mit Mitteln des Freistaats Bayern in den Jahren 2011 und 2012 saniert. 200 Jahre später ist damit die historische Situation wiederhergestellt – und spiegeln sich Brücke und Fischof erneut im Wasser des neuen „alten“ Stadtteichs.

Quelle: Pressestelle Gartenschau Natur in Tirschenreuth 2013