Ein Sommertraum – Gartenschau Tirschenreuth ist zu Ende

Umweltminister mit positiver Bilanz: „Venedig der Oberpfalz“ – 260.000 begeisterte Besucher – Areal bleibt als Freizeit- und Erholungsfläche erhalten

Die Gartenschau „Natur in Tirschenreuth 2013″ ist vorüber. Drei Monate voller Ereignisse und Begegnungen veränderten eine ganze Region, 5.000 Gästebucheintragungen und Presse-Schlagzeilen von „Ein Sommertraum“ und „Schönste Gartenschau von Bayern“ bis „Wie Hyde- und Central-Park: ‘Meine Natur in Tirschenreuth’ hat voll eingeschlagen“ stehen stellvertretend für die Begeisterung der Besucher und Medien. Mit insgesamt 260.000 Besuchern übertraf die Gartenschau alle Erwartungen – und ihre eigene Zielmarke um 10.000 Gäste.

„Und es wurde vollendet die ganze Arbeit …“ zitierte Erster Bürgermeister Franz Stahl in seiner gestrigen Abschlussrede augenzwinkernd Psalm 89 des Neuen Testaments. Und ergänzt: „Nach 89 Tagen Gartenschau wird dereinst im Geschichtsbuch der Stadt Tirschenreuth stehen: Die ganze Arbeit hat sich gelohnt!“.

„Die Zukunft Tirschenreuths ist damit grüner und naturnäher: Die neuen Grünanlagen und die großzügige Teichlandschaft bringen mehr Lebensqualität. Das Venedig der Oberpfalz wird damit seinem Namen gerecht“, zieht auch der Bayerische Umweltminister Dr. Marcel Huber eine positive Bilanz.

Herausforderung Wetter

Das Motto der Gartenschau versprach „Inspiration, Erholung und Abenteuer“ – und die Organisatoren und Aussteller hielten, was sie versprachen. Der Informations-, Freizeit- und Unterhaltungsfaktor war einzigartig. In aller Munde war auch das Wetter – alleine über dessen Kapriolen könnte man Bücher schreiben. So wurden noch kurz vor Beginn der Gartenschau bei angekündigten Nachtfrösten der komplette Blumenbestand á la Christo mit wärmenden Vlies verhüllt, bestanden auf Grund heftiger Regenfälle in den ersten Maiwochen die Wehre und Teichüberläufe mehrere Bewährungsproben, wirbelten im Juni Unwetter Bäume, Zäune und Sonnenschirme durch die Luft oder sorgten im Juli und August Hitzewellen für einen Dauer-Bewässerungseinsatz der Gärtner.

6.500 Dauerkarten

Aber weder die Tirschenreuther noch ihre Besucher konnte das von einem Besuch abschrecken. Gäste aus aller Welt, darunter politische und geistliche Prominenz von Ministerpräsident Horst Seehofer bis zum Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer, ließen sich das Großereignis Gartenschau nicht entgehen. Ein großer Gewinn nicht nur für die Stadt Tirschenreuth, sondern auch für die ganze Oberpfalz – verbanden doch viele ihren Aufenthalt auch mit einem Besuch der Region.

Bei einer Einwohnerzahl von 9.000 ist auch die Zahl der verkauften Dauerkarten beeindruckend: 6.500 Stück. „Darauf sind wir besonders stolz, zeigt es doch, dass die Gartenschau die Herzen der Tirschenreuther erreicht hat“, so die Geschäftsführer Eva Linder und Franz Häring.

Angebote von Tirschenreuth bis Eger

Ob Dauer- oder Tageskarte: Die Gartenschau-Enthusiasten erlebten in den vergangenen Wochen ein wahres Feuerwerk an Angeboten: ein tägliches Programm mit Leistungspräsentationen von Vereinen, Verbänden und Künstlern insbesondere aus der Region, wechselnde Blumenschauen, Mitmach-Angebote für Kinder und Jugendliche auf der WühlMausWiese und beim Projekt „Schule im Grünen“ oder auch Führungen: 400 Rundgänge wurden von den 25 Gästeführern realisiert. Das Projekt „Schule im Grünen“ wiederum lockte über 100 Klassen aus Thüringen, Sachsen und Bayern mit mehr als 2.000 Schülern zur Gartenschau. Erfolgreich war auch die Zusammenarbeit mit der Gartenschau Cheb/Eger 2013 im benachbarten Tschechien. Beide Veranstaltungen profitierten von gemeinsamen Projekten wie Workshops und Wettbewerbe – die viele Besucher in das jeweilige Nachbarland lockten.

Veranstaltungen mit Zugkraft und Festivalatmosphäre

Dagmar Voß, Geschäftsführerin der Gesellschaft zur Förderung der bayerischen Landesgartenschauen mbh, war mehrfach zu Gast in Tirschenreuth. „Die Veranstaltungen der Gartenschau entwickelten eine ganz besondere Festivalatmosphäre. Es war einfach unglaublich zu sehen, wie schnell die Familien den Festplatz an der großen Bühne und die Uferbereiche zu Begegnungsbereichen und Picknickzonen umfunktioniert haben“, so Dagmar Voß.

Auf der Beliebtheitsskale ganz oben standen Veranstaltungen und Konzerte wie der Auftritt von Jazzlegende Klaus Doldinger mit 3.000, das Konzert der „Il Dolci Signori“ mit 5.000 und das Amerikanische Wochenende mit insgesamt 15.000 Gästen – Wochenend-Besucherrekord!

Bleibende Werte

Ob der Platz am See mit Hotel und Seerestaurant, die europaweit einzigartige Max-Gleißner-Brücke, die sanierte barocke Fischhofbrücke, die Neubauten Mähringer und Büttelloch-Brücke, der Senkgarten, der zwei Kilometer langer Rundweg, Infopavillons, Neupflanzungen von 250 Bäumen und zehntausenden Sträuchern, Gehölzen und Blumen oder der neue Skatepark und die ertüchtigte Asphaltstockbahn: Es wurden bleibende Werte geschaffen, die nicht mehr aus dem Bild der Stadt wegzudenken sind. Werte, die „… nachhaltig Natur in die Stadt gebracht haben und schon heute Maßstäbe über die Stadt-, Landkreis- und Landesgrenzen hinaus setzen“, sagt Roland Albert, Vorsitzender der Gesellschaft zu Förderung der bayerischen Landesgartenschauen mbh und Vorsitzender des Bayerischen Gärtnerei-Verbandes e.V.

Neues „Wir“-Gefühl

Stadtoberhaupt Franz Stahl sieht darüber hinaus ein neues „Wir“-Gefühl, dass er mit der geplanten Gründung eines Fördervereins auch künftig erhalten möchte. „Zum ersten Info-Gespräch noch während der Gartenschau kamen über 100 Tirschenreuther. Deshalb ist mir um die künftige Nutzung und Erhaltung des Gartenschau-Geländes nicht bange“, freut sich das Stadtoberhaupt über das große Gestaltungsinteresse der Einwohner. Denn: Auch nach dem Großereignis Gartenschau soll der Fischhofpark als öffentliche Freizeit-, Sport- und Erholungsfläche weiter eine große und wichtige Rolle im Leben der Stadt und ihrer Bürger spielen.

Bereits ab Mitte der Woche sind der Wasserspielplatz Fischers Fritz, der Skatepark, die Asphaltstockbahn, die Boulebahn und viele weitere Bereiche uneingeschränkt nutzbar. Die

Bereiche Blumenwiese und Gartenband südlich des Fischhofs, der Uferweg ab Höhe Forstpavillon und der Festplatz sind auf Grund länger andauernder Rückbaumaßnahmen allerdings noch bis voraussichtlich mindestens Ende September gesperrt.

Nach der Gartenschau ist vor der Gartenschau

Die Gartenschau Tirschenreuth hat ihre Tore geschlossen. Doch die kommende Landesgartenschau in Deggendorf (25. April bis 5. Oktober 2014) und die darauf folgende Natur in Alzenau (22. Mai bis 16. August 2015) stehen schon in den Startlöchern – und hoffen ebenfalls auf eine so erfolgreiche Veranstaltung wie in Tirschenreuth.

Quelle: Pressestelle Gartenschau Tirschenreuth

Abschlussfeuerwerk der Gartenschau Tirschenreuth 2013